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Verlag:
Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur
ISBN:
ISSN:
Publikationsdatum:
3. September 2026
Ausgabe:
Vorrätig:
YES
E-Mail:
Land: Austria
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1.
REFLEXION RETTET NICHT
ERLÖST NICHT
ERHEBT NICHT
Ich habe nichts aufgegeben oder verpasst,
schon gar nicht die körperliche Lust,
die Intimität, das umfassendere,
tiefere Kennenlernen von anderen,
da ich weiß, wie man berührt, lehrt mich
deren Haut, mit denen ich die Wonne teile,
wenn wir beide gleichzeitig kommen,
wenn weder frühere noch spätere
Fehlschläge eine Rolle spielen,
da er heute Abend steht.
Warte kurz, ich möchte
dir etwas sagen,
bevor wir weitermachen.
2.
dass man sich Niederlagen
eingestehen kann wird erstmals
in der Abteibibliothek zur Option
die Jugendlichen brechen auch gleich
zwischen unlesbaren Büchern in Tränen aus
wo die Zeit nicht vergeht
der Herr ist ein Irrglaube
sie wollen hinausstürmen
Frisbee spielen
im Schaugarten
ein Bier aufmachen
sie tun es nicht
Ich will das nicht machen,
die Situation ist so erbärmlich,
für dich und für mich,
ich liebe dich, aber es geht nicht, vielleicht
will ich’s auch gar nicht, weil
mich Sex nicht interessiert,
nicht reizt, ich lebe für höhere Dinge,
akzeptier das, oder lassen wir es sein.
Die sich langsam lösende Bitterkeit
der Minuten nach den Fehlschlägen
stempelt die Stirn gemeinsamer Abende.
3.
Ich verweigerte meinen Körper,
direkt und augenblicklich,
ohne zu zögern und sozusagen
instinktiv gleich beim ersten Mal,
als ich nicht sagen konnte,
dass ich zu betrunken bin.
Ich tat so, als hätte ich schon
mit vielen Frauen geschlafen,
ich log wie gedruckt,
um nicht ausgestoßen zu werden,
während ich mit wachsender Hysterie
mich selbst hasste,
doch am meisten schmerzt mich,
dass ich auch dir diese Lüge auftischte.
4.
Ich stellte mir den Mann vor,
der ihn hochkriegt, dann begegnete ich ihm,
verliebte mich sogar in ihn,
aber noch mehr in die Vorstellung,
in der Mann und Frau
von purer Lust getrieben übereinander herfallen.
Mir das vorzustellen, war erregender,
als mich in irgendeinen von ihnen hineinzuversetzen.
was mögen die anderen
wohl über den Armen denken
und was sonst noch alles
in meinem Schatten lebt
oh potente Männer
wenn er endlich stünde
weiter weg um euch zu sehen
sähe ich vielleicht gar nicht
5.
Natürlich masturbiere ich sehr oft.
An trübseligeren Tagen scheint es,
als schriebe ich die Geschichte
meines Sexuallebens mit der Hand.
Meine Fehler beim Masturbieren
erwiesen sich als verhängnisvoll, es liegt nahe,
meine Erektionsstörungen damit zu erklären.
Einerseits mit meinen Trugbildern
von Achilles und Helena, die übereinander herfallen,
wenn ob der Schamlosigkeit des Pornos
die Erregung den Zuschauer beschämt,
andererseits, weil ich nicht wollte,
dass er so richtig hart wird.
Es fühlte sich besser an, am noch biegsamen
Penis herumzuzupfen.
der Jüngling am Damm
bläst sich selbst einen
zwischen seinen Beinen scheint die Sonne durch
es mögen alle niederknien
die glücklich sind
Es soll nicht klatschen,
ich will nur drin sein, du weißt schon, drin.
6.
Ich stehe vor dem Spiegel, den Schwanz in der Hand,
der mir mehr Kummer als Freude bereitet hat.
Ich fummle daran herum, spiele was vor, habe nichts
aufgegeben: von Fehlschlag zu Fehlschlag
wird es immer leichter, immer schöner
mit meiner Hand, mit meinem Mund.
7.
Es liegt nicht an dir, du bist wunderschön,
es bricht mir das Herz, dass es nicht geht.
Ich weiß, dass nicht nur das zählt,
und ich fühle mich sehr wohl mit dir,
aber es ist enttäuschend, dass das, was uns
der Körper verspricht, stets ausbleibt.
Inmitten der kontinuierlichen Reinfälle,
sowie durchs ständige Reden darüber,
wurden mein Körper und ich
endgültig zu separaten Entitäten.
8.
Allein konnte ich nur so weit kommen,
zu einer Lösung, die keine Lösung ist,
für ein Problem, das kein Problem war.
Dann nahm mich jemand an die Hand.
gemeinsame Zeit ist
kein Almosen
kein Geschenk
kein Opfer
kein Kompromiss
kein Versprechen
kein Warten
nachdem er aus seinem Kopf
herausgekrochen war
tappte er noch lange
im Dunkeln
Mein Gott.
Denn dass in der Geschichte meines Sexuallebens
mein Schwanz nur eine Nebenrolle spielt,
konnte mich nur die Hingabe eines anderen lehren,
den schmalen Pfad zwischen Selbstliebe und Selbstaufgabe
konnte mir nur diese Person zeigen,
denn sie wartete jenseits der Scham auf mich,
auf mich und nicht den, der ich sein möchte.
9.
schau den Menschen in die Augen
du Arschgeige
EINFACH REDEN
REDEN MUSS MAN
EINFACH
Ich werde den Menschen ähneln,
nicht anders sein als sie.
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