Weicher Splitter

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Publisher: Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur
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Publication Date: 6. August 2026
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In stock: YES
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Country: Austria
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in Zeiten des Sieges

in Zeiten des Sieges kann ich von nichts anderem sprechen
als vom Sieg

in Zeiten des Sieges von Dingen die sich pfeifend herausfressen
aus dem Licht

in Zeiten des Sieges begrüße ich den ziellosen Schwamm ebenso als Bruder

wie die siegreichen abstrakten Herren

in Zeiten des Sieges zählt es als Liebe mit mechanisch von Knochen abgelöstem Fleisch zu hantieren

in Zeiten des Sieges tauchen in unbeaufsichtigten Weinbergen Kostüme auf

die niemand trägt

in Zeiten des Sieges erkenne ich im Pfeifen die Kargheit eines ermutigenden Akkords meiner Mutter wieder

in Zeiten des Sieges bin ich der gierigste Platz

und das Pfeifen erfüllt mich

in Zeiten des Sieges fällt es mir schwer meine Treue

zum gesunden Verstand zu beteuern

in Zeiten des Sieges ist die größte Versuchung dass auch ich die Zeit

tief in die Lungen lutsche

in Zeiten des Sieges können wir unsere Stelldicheins

in den Tiefen unbeaufsichtigter Weinberge begehen

in Zeiten des Sieges stehen die Münder der lockigen Sieger offen

Fliegen verirren sich nur nicht hinein weil sie brüllen

in Zeiten des Sieges sind unsere Stelldicheins länger und häufiger

in Zeiten des Sieges spricht das Auge von verpönten Posen der Niederlage
in Zeiten des Sieges gibt es keine Details du pfeifst schon fast

so treu bist du

der letzten fixen Idee
dass alles gegen dich ist

 

 

Die Vorbereitung des Lichts

Schaut selbst, statt mir zu lauschen.

Schau mit den Fingern, den Ohren unter die Farben,

auch mit dem Mund, schau: er stößt auf Holz und Wände, lauwarm,

erhebend, du siehst, er verlangt nach dem anderen, so wie

der Schatten der Kornblume auf das übrige Unkraut fällt,

so schimmert auch die Absicht, das Warten der Teilnehmenden

durch die streng kontrollierten Gesichtszüge.

Wir sind zusammengekommen, um Spaß zu haben.

Ein Blick in die Dunkelheit des Inneren, des Kerns,

hier, an der Oberfläche, wo alles sichtbar ist.

Nun entreißen wir die mitgebrachten Talismane dem Licht.

Was auch immer du in der Hand hast, krall dich

in dessen strahlenden Umhang fest,

bis die geschundenen, kernschwarzen Talismane

in den hervorbrechenden Strahlen schmelzen.

Sieh den anderen an, nicht in ihn hinein, sonst erblindest du.

Es auf die Erde zu bringen, ist noch kein Sieg.

Doch das vorbereitete Licht ist dunkel,

und in noch dunkleren Winternächten

wird es das eine oder andere voneinander offenbaren.

 

 

um die Körnchen

jene die eines gewählt haben

sitzen im Schneidersitz

im Kreis am Strand

auf Kieseln sprühen die Funken

des knisternd brennenden

Treibholzes auch ich habe unter

den Augenpaaren eins ausgewählt

um darin nach Ähnlichkeiten

zu suchen

in unseren Spiegeln schwindende Gruben und Gräben

den herabfallenden Zeichen folgend vorwärts

Punkt für Punkt bis zum Komma

noch weiter und zurück

zwischen Berührung und Schema

Ausziehen am Strand

dann lenkt die Strömung die zur Strömung

senkrechten Bahnen ab

allein trotten wir

zu den Pantoffeln zurück

ich könnte jetzt mein Leben

entlang einer Linie rollen lassen

so soll es ein dünnerer

krummerer blasserer Kreis sein

an den sich der Augenblick schmiegt

ich war nicht allein

vergeblich lügen

anstelle der Einsamen jene

die bei ihnen sind

von außen zwar

doch alles tangiert die Linie

Author

Gergő Körösztös

Gergő Körösztös, geb

 

Translator

Agnes Nagy

Übersetzerin des Literarischen Lenzes

 
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